Nachhaltigkeit kommunizieren mit EmpCo
Green Claims für Kunststoffprodukte transparent ohne Greenwashing
Neue Anforderungen an Nachhaltigkeitskommunikation, Umweltlabels und Produktclaims für Kunststoffverarbeiter und Markeninhaber
EmpCo, Green Claims & Nachhaltigkeitskommunikation: Was Unternehmen jetzt wissen müssen
Darf ich mein Produkt noch „nachhaltig“, „biobasiert“ oder „recyclingfähig“ nennen? Welche Anforderungen stellt die EmpCo-Richtlinie an Green Claims? Und wie können Unternehmen ihre Umweltvorteile glaubwürdig, transparent und rechtssicher kommunizieren? In diesem Webinar erklärt Denise Martha, Marketingverantwortliche bei der FKuR Kunststoff GmbH was die EmpCo-Richtlinie für die Nachhaltigkeitskommunikation bei Kunststoffprodukten bedeutet und worauf Unternehmen bei Umweltaussagen, Produktkennzeichnungen und Marketingkampagnen achten sollten. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der europäischen Verbraucherschutzvorgaben auf die Kommunikation von Nachhaltigkeitsvorteilen, insbesondere in der Kunststoff- und Verpackungsindustrie. Anhand praxisnaher Beispiele zeigt Denise, wie Unternehmen Greenwashing vermeiden, missverständliche Aussagen erkennen und ihre Nachhaltigkeitskommunikation gezielt verbessern können:
- EmpCo-Richtlinie verständlich erklärt: Was bedeutet die Empowering Consumers for the Green Transition Directive für Unternehmen und ihre Nachhaltigkeitskommunikation?
- Green Claims und Greenwashing: Warum pauschale Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „nachhaltig“ oder „klimafreundlich“ problematisch sein können und weshalb konkrete Nachweise entscheidend sind.
- Biobasierte Kunststoffe und Rezyklate: Wie lassen sich Begriffe wie „biobasiert“, „biologisch abbaubar“ und „recycelt“ präzise verwenden und verständlich erklären?
- Nachhaltigkeitssiegel und Umweltlabels: Welche Anforderungen gelten für Siegel, selbst gestaltete Öko-Labels, Symbole und Produktnamen?
- Die vier zentralen No-Gos bei Green Claims
- Weitere Stolperfallen im Marketing: Warum Unternehmen gesetzlich vorgeschriebene Eigenschaften nicht als besondere Umweltvorteile darstellen sollten und welche Anforderungen an kommunizierte Nachhaltigkeitsziele für die Zukunft gestellt werden.
- Green Claims in der Praxis verbessern: Wie Sie Umweltaussagen konkretisieren, ihre Bezugsgröße eindeutig benennen und nachvollziehbar belegen können.
Kapitelübersicht
00:00 Einführung: EmpCo und die Zukunft der Nachhaltigkeitskommunikation
03:13 Was Sie in diesem Webinar lernen
04:26 FKuR: Biobasierte, biologisch abbaubare und recycelte Kunststoffe
06:09 Warum reguliert die EU Green Claims?
07:27 EU Green Deal, PPWR, EmpCo und Green Claims Directive
09:33 EmpCo-Richtlinie: Wen betrifft sie und seit wann gilt sie?
11:06 Green Claims im B2B: Warum Unternehmen ebenfalls betroffen sein können
12:22 Rechtliche Einordnung: EmpCo und das deutsche UWG
13:09 Was ist eine Umweltaussage? Text, Symbole und Gesamteindruck
14:00 Die vier zentralen No-Gos der Nachhaltigkeitskommunikation
15:10 Verbot allgemeiner Umweltaussagen und unbelegter Nachhaltigkeitsclaims
16:38 „Biobasiert“, „biologisch abbaubar“ und „umweltfreundlich“ richtig kommunizieren
18:01 Konkrete Umweltaussagen: Spezifizieren, erklären und belegen
18:41 Nachhaltigkeitssiegel und Öko-Labels: Was ist erlaubt?
20:48 Rezyklate und Umweltclaims: Worauf kommt es an?
21:15 Checkliste: Nachhaltigkeitssiegel, Icons und dekorative Elemente
22:40 Produktnamen und Marken als Umweltaussage
23:24 Wenn ein Produktbestandteil für das ganze Produkt steht
24:18 Green Claims präzisieren: Bezugsgröße und Umweltvorteil klar benennen
25:44 Klimaneutralität und CO₂-Kompensation bei Produkten
26:45 Klimaziele und CO₂-Kompensation transparent kommunizieren
27:57 Zwei weitere Stolperfallen im Nachhaltigkeitsmarketing
28:21 Gesetzliche Mindestanforderungen nicht als Umweltvorteil verkaufen
29:06 Zukünftige Umweltleistungen: Nachhaltigkeitsziele nachvollziehbar belegen
Die zentrale Botschaft vorweg:
Unternehmen können und sollen weiterhin tatsächliche ökologische Vorteile ihrer Produkte kommunizieren. Allerdings müssen sie zunehmend präzise formulieren, was sie mit einer Aussage meinen, und nachvollziehbar belegen können, worauf sich diese Aussage stützt. Die Herausforderung besteht darin, Nachhaltigkeitsvorteile einerseits einfach und verständlich zu vermitteln und andererseits die notwendigen Informationen und Nachweise bereitzustellen. Wie dieser Spagat in der Praxis gelingen kann, steht im Mittelpunkt des Webinars.
Im Vordergrund steht eine praxisorientierte Einführung in die Anforderungen an die Nachhaltigkeitskommunikation. Die Teilnehmenden sollen nicht nur die grundlegenden Regelungen kennenlernen, sondern vor allem verstehen, wie sie Umweltaussagen in ihrer eigenen Unternehmenskommunikation überprüfen und verbessern können. Dabei ist eine wichtige Einschränkung zu beachten: Das Webinar stellt keine individuelle Rechtsberatung dar. Bei komplexen Einzelfällen oder besonders spezifischen rechtlichen Fragestellungen empfiehlt sich deshalb weiterhin eine juristische Prüfung.
Das Ziel besteht darin, Unternehmen für mögliche Fallstricke zu sensibilisieren und ihnen eine praktische Orientierung zu geben. Sie sollen nach dem Webinar in der Lage sein, kritische Stellen in ihrer Kommunikation besser zu erkennen, bestehende Aussagen zu hinterfragen und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten abzuleiten.
Das Webinar ist in drei aufeinander aufbauende Themenbereiche gegliedert.
1: Die EmpCo verstehen
Zunächst geht es darum, die EmpCo-Richtlinie einzuordnen und ihre wesentlichen Anforderungen kennenzulernen. Dabei stehen die grundlegenden Regelungen im Vordergrund, nicht eine detaillierte Auseinandersetzung mit einzelnen Gesetzesparagraphen. Die Teilnehmenden sollen verstehen, welche Arten von Umweltwerbung problematisch sein können, welche Unternehmen betroffen sind und welche Veränderungen sich für die Kommunikation von Nachhaltigkeitsvorteilen ergeben.
2: Begriffe rund um Biokunststoffe und Rezyklate richtig verwenden
Im zweiten Schritt stehen die Begriffe im Mittelpunkt, die im Zusammenhang mit nachhaltigen Kunststofflösungen besonders häufig verwendet werden. Dazu gehören insbesondere Bezeichnungen für Biokunststoffe und Rezyklate. Entscheidend ist dabei, dass nicht jeder Begriff selbsterklärend ist. Fachlich unterschiedliche Eigenschaften dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Zudem können bestimmte Begriffe bei Verbrauchern Erwartungen hervorrufen, die über die tatsächlich nachgewiesenen Eigenschaften eines Produkts hinausgehen. Unternehmen müssen deshalb prüfen, welche Begriffe sie verwenden, was diese konkret bedeuten und welche Erläuterungen erforderlich sind.
3: Nachhaltigkeits-Claims systematisch verbessern
Im dritten Schritt geht es um die praktische Anwendung. Die Teilnehmer erhalten eine Vorgehensweise, mit der sie ihre bestehenden Umweltaussagen überprüfen und schrittweise verbessern können. Eine zentrale Frage lautet dabei: Worauf bezieht sich die Aussage ganz genau? Wer beispielsweise ein Produkt in die Hand nimmt und dessen Nachhaltigkeitsversprechen überprüft, sollte nachvollziehen können, welche konkrete Produkteigenschaft gemeint ist und welche Belege diese Aussage stützen. Bereits wenn Unternehmen nach dem Webinar ihre bisherigen Claims kritischer betrachten und erste Ideen für präzisere Formulierungen entwickeln, ist ein wichtiges Ziel erreicht.
Warum die EU Green Claims reguliert
Die Regulierung von Umweltaussagen ist eine Reaktion auf ein grundlegendes Problem der Nachhaltigkeitskommunikation: Umweltbezogene Werbeversprechen sind weit verbreitet, werden aber nicht immer ausreichend erklärt oder belegt. Wer durch einen Supermarkt geht oder online einkauft, begegnet zahlreichen Aussagen, die Produkte als besonders umweltfreundlich, klimafreundlich oder nachhaltig darstellen. Solche Botschaften sind oft bewusst einfach gehalten, damit Verbraucherinnen und Verbraucher sie schnell erfassen können. Gleichzeitig besteht ein großes Bedürfnis nach leicht verständlichen Nachhaltigkeitsinformationen. Umweltbezogene Eigenschaften können ein wichtiges Kaufargument sein und die Entscheidung für ein Produkt maßgeblich beeinflussen.
Gerade deshalb ist es problematisch, wenn allgemeine oder positiv klingende Aussagen verwendet werden, ohne dass klar wird, was sie tatsächlich bedeuten. Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass beworbene Umweltvorteile nicht nur überzeugend formuliert sind, sondern auch einer sachlichen Prüfung standhalten.
Für wen ist das Webinar geeignet?
Dieses Webinar richtet sich an
- Kunststoffverarbeiter
- Markeninhaber
- Marketingverantwortliche
- Sustainability Manager
- Produktmanager
- Business Development Manager
- Compliance Verantwortliche
- Geschäftsführer
- sowie alle, die Nachhaltigkeitsbotschaften für Kunststoffprodukte entwickeln oder verantworten.
Ihre Referentin: Denise Martha, Head of Marketing bei FKuR Kunststoff GmbH
Denise begleitet seit vielen Jahren Markeninhaber bei der Einführung nachhaltiger Produkte aus Biokunststoff. Sie unterstützt bei der Formulierung von fundierten Nachhaltigkeitsclaims und im Zertifizierungsprozess. Ihr Schwerpunkt liegt auf der präzisen und belegbaren Kommunikation von Nachhaltigkeit, Green Claims sowie den regulatorischen Anforderungen rund um die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) und die Empowering Consumers for the Green Transition Directive (EmpCo). Im Webinar verbindet sie regulatorisches Wissen mit konkreten Beispielen aus der Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet EmpCo? Was ist die EmpCo-Richtlinie?
EmpCo steht für Empowering Consumers for the Green Transition. Die EU-Richtlinie soll Verbraucher besser vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen und schafft neue Anforderungen an Green Claims.
Welche Green Claims sind betroffen?
Betroffen sind unter anderem Aussagen wie „nachhaltig“, „umweltfreundlich“, „recyclingfähig“, „biobasiert“, „kompostierbar“, „klimaneutral“ oder Angaben zum Rezyklatanteil. Solche Aussagen müssen künftig nachvollziehbar und belegbar sein. Solche Begriffe dürfen künftig nur noch verwendet werden, wenn sie nachvollziehbar belegt werden können. Auch Aussagen zur Recyclingfähigkeit, zum Einsatz von Rezyklaten, zu biobasierten Rohstoffen oder zur industriellen Kompostierbarkeit müssen eindeutig, verständlich und überprüfbar sein.
Welche Auswirkungen hat EmpCo auf Kunststoffprodukte?
Unternehmen sollten bestehende Produktkennzeichnungen, Marketingunterlagen und Nachhaltigkeitsclaims überprüfen. Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen müssen transparent, verständlich und durch geeignete Nachweise gestützt sein.
Werden Umweltlabels ebenfalls reguliert?
Ja. Die Richtlinie enthält Vorgaben für Umweltlabels und Nachhaltigkeitssiegel. Ziel ist es, Verbraucher besser zu informieren und irreführende Kennzeichnungen zu vermeiden.
Was bedeuten die neuen Anforderungen der EmpCo für Kunststoffverarbeiter und Markeninhaber?
Nachhaltigkeit ist heute ein wichtiger Bestandteil der Produktentwicklung und ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen an die Kommunikation von Umwelt- und Nachhaltigkeitsvorteilen. Aussagen zu Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteilen, Biokunststoffen oder CO₂-Einsparungen müssen künftig klar, nachvollziehbar und belegbar sein. Mit der EmpCo (Empowering Consumers for the Green Transition Directive)-Richtlinie hat die Europäische Union den rechtlichen Rahmen für Umwelt- und Nachhaltigkeitsclaims weiter verschärft. Ziel ist es, Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen zu schützen und Unternehmen zu einer transparenten Kommunikation zu verpflichten. Für Hersteller, Markeninhaber und Kunststoffverarbeiter bedeutet dies, bestehende Produktkennzeichnungen, Marketingunterlagen und Nachhaltigkeitsclaims kritisch zu überprüfen und an die neuen Anforderungen anzupassen.
Behandelt das Webinar auch Biokunststoffe und Rezyklate?
Ja. Anhand von Praxisbeispielen erläutern wir, welche Aussagen zu biobasierten Kunststoffen, biologisch abbaubaren Kunststoffen (Biokunststoffen), Rezyklaten und Recyclingfähigkeit zulässig sein können und welche Nachweise erforderlich sind.
Ist das Webinar für Kunststoffverarbeiter und Markeninhaber geeignet?
Ja. Das Webinar richtet sich an Unternehmen, die Kunststoffprodukte entwickeln, verarbeiten oder vermarkten und ihre Nachhaltigkeitskommunikation an die aktuellen regulatorischen Anforderungen anpassen möchten.
